Aufgaben der Abteilung Feldarbeit
Arbeitsfelder
Abteilung Feldarbeit
Unter „Feldarbeit“ ist im Wesentlichen die Vorbereitung einer Erhebung zu verstehen. Im Folgenden werden die einzelnen Aufgaben der Feldarbeit am Beispiel der Durchführung von Schulleistungsstudien in Deutschland beschrieben.
Um zu gewährleisten, dass die Erhebung in den beteiligten Schulen in vergleichbarer Weise abläuft, muss die Testdurchführung nach standardisierten Verfahren erfolgen. Daher übernehmen in der Regel externe Testleiter die Durchführung der Erhebung.
Im Einzelnen umfasst die „Feldarbeit“ im IEA DPC folgende Aufgaben:
Planung des Projektverlaufs bis zur Testdurchführung
In Abstimmung mit der wissenschaftlichen Leitung bzw. den Auftraggebern der jeweiligen Studie wird ein Zeitplan der anstehenden Arbeitsschritte bis zu den in den Schulen stattfindenden Tests erarbeitet.
Zwar sind die vor der Testdurchführung notwendigen Arbeitsschritte bei unterschiedlichen Studien sehr ähnlich, aber der für die Vorbereitung zur Verfügung stehende Zeitraum bis zur Testdurchführung ist je nach Untersuchung unterschiedlich lang. Dieses setzt eine überaus detaillierte und dennoch ausreichend flexible Planung der einzelnen Arbeitsschritte voraus.
Kooperation mit den Kultusministerien und Abwicklung der datenschutzrechtlichen Begutachtung der Prozeduren und Unterlagen zur jeweiligen Studie
Um eine Schulleistungsuntersuchung durchzuführen, bedarf es in der Regel einer Genehmigung der zuständigen Kultusbehörde des jeweiligen Bundeslandes. Hierfür müssen nicht nur alle Hintergrundfragebögen, die im Rahmen der Untersuchung eingesetzt werden sollen, genehmigt werden, sondern auch die Prozeduren der Erhebung sowie die Informationsschreiben für alle an der Untersuchung beteiligten Personen (Schüler, Eltern und Lehrkräfte). Im Zuge dessen werden alle vorgenannten Unterlagen einer datenschutzrechtlichen Prüfung unterzogen, die Voraussetzung für die kultusministerielle Genehmigung ist.
Kommunikation mit den beteiligten Schulen
Nachdem die Schulen zunächst durch das Kultusministerium ihres Bundeslandes über ihre Auswahl für eine bestimmte Untersuchung in Kenntnis gesetzt wurden, folgt ein gemeinsames Anschreiben der wissenschaftlichen Leitung und des IEA DPC, um über die Inhalte und Zielsetzungen der Studie sowie die anstehenden Schritte der Testvorbereitung zu informieren. Für eine möglichst reibungslose Kommunikation benennt jede Schule einen für die Untersuchung verantwortlichen Ansprechpartner, den so genannten Schulkoordinator. Jegliche Kommunikation über die weiteren Schritte der Testvorbereitung erfolgt nun zwischen dem IEA DPC und diesem Schulkoordinator.
Erstellung von Anleitungen für die an der Studie beteiligten Personen oder Institutionen
Eine standardisierte Testdurchführung setzt voraus, dass sich die beteiligten Schulen und Testleiter an bestimmte Vorgaben halten, die für die einzelnen Untersuchungen im jeweiligen Schulkoordinatoren- bzw. Testleiter-Manual niedergelegt sind. Diese Manuale erstellt das IEA DPC. Bei internationalen Schulleistungsuntersuchungen, die auch in Deutschland durchgeführt werden (z. B. PISA und TIMSS), sind die Manuale zu übersetzen und an die nationalen und bundeslandspezifischen Besonderheiten anzupassen.
Ziehung der Klassen- oder Schülerstichprobe
Je nach Untersuchungsdesign, das von der wissenschaftlichen Leitung konzipiert wurde, wählt das IEA DPC in einer Zufallsziehung entweder ganze Klassen oder aber einzelne Schüler eines Jahrgangs für die Teilnahme an der Untersuchung aus. Die Grundlage für die Stichprobe bilden so genannte Klassen- bzw. Schülerlisten, auf denen die Schulen die Gesamtheit aller Klassen bzw. Schüler eines Jahrgangs – allerdings ohne die Namen – aufführt. In sehr großen Studien (z. B. PISA-E) stellt das IEA DPC den Schulen eine entsprechende Software zur Verfügung. Über das Ergebnis der Klassen- bzw. Schülerziehung wird die Schule vom IEA DPC schriftlich in Kenntnis gesetzt.
Rekrutierung, Schulung und Koordination der Testleiter
Für jede Untersuchung, die durch externe Testleiter in den Schulen durchgeführt wird, kann das IEA DPC auf einen mittlerweile auf ca. 1200 Personen angewachsenen Stamm von erfahrenen Testleitern in allen Bundesländern zurückgreifen. Werden zusätzliche Testleiter benötigt, rekrutiert das IEA DPC Lehramts- oder Psychologiestudenten höherer Semester an Universitäten im ganzen Bundesgebiet. Voraussetzung für den Einsatz als Testleiter in einer Studie ist die Teilnahme an einer mehrstündigen Schulung, die von Mitarbeitern des IEA DPC durchgeführt wird. Im Verlaufe der Testvorbereitung nennen die Schulen dem IEA DPC ihren bevorzugten Testtermin. Das IEA DPC weist der einzelnen Schule daraufhin die benötigten Testleiter zu, die ihrerseits für weitere Absprachen telefonischen Kontakt zu den Schulen aufnehmen.
Vorbereitung der Testinstrumente für den Druck
Nachdem das IEA DPC die Testinstrumente von der wissenschaftlichen Leitung erhalten hat, werden die Testhefte und Fragebögen gegengelesen, ggf. formatiert und für den Druck finalisiert. Da die Testinstrumente in Deutschland keine Namen der an der Untersuchung beteiligten Personen tragen dürfen, werden sie im Zuge der Druckvorbereitung mit Identifikationsnummern und Barcodes versehen, die die Zusammenführung von Daten aus verschiedenen Instrumenten einer Person (z. B. Testheft und Schülerfragebogen) ermöglichen.
Koordination des Drucks und des Versands der Testmaterialien
Um die Testaufgaben vor dem Test geheim zu halten, werden die Testmaterialien für eine Schule nicht an die Schulen selbst, sondern an die externen Testleiter gesendet, die die Testinstrumente erst am Testtag mit in die Schule bringen. Der Druck und Versand der Testmaterialien muss demnach – auch bei parallel laufenden Untersuchungen – so organisiert sein, dass die Testinstrumente für eine bestimmte Schule rechtzeitig bei dem für diese Schule zuständigen Testleiter ankommen.
Kontakt
Svenja Bundt
IEA Data Processing and Research Center
Mexikoring 37
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Telefon: +49 40 48 500 601
Telefax: +49 40 48 500 608
E-Mail: mail
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