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BILWISS

Bildungswissenschafliches Wissen und der Erwerb professioneller Kompetenz in der Lehramtsausbildung

Allgemeine Zielsetzung

Diskussionen über die Verbesserung der Lehrerbildung thematisieren besonders häufig das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis. Oft wird dabei argumentiert, speziell die universitäre Ausbildung sei zu praxisfern. Das Projekt BILWISS setzt an dieser Diskussion an, argumentiert aber theoretisch in eine andere Richtung. Ausgehend von psychologischen Theorien zum Wissenserwerb wird angenommen, dass die im Rahmen der universitären Ausbildung erworbenen wissenschaftlichen Inhalte eine grundlegende Bedingung für den späteren Kompetenzerwerb sind. Diese Annahme wird am Beispiel der bildungswissenschaftlichen Inhalte untersucht.

Die Grundhypothese des Projekts ist: Bildungswissenschaftliche Inhalte und Zusammenhänge stellen einen begrifflichen Rahmen dar, den Lehrkräfte benötigen, um Unterrichts- und Schulereignisse angemessen zu interpretieren, zu reflektieren und so für die eigene Kompetenzentwicklung zu nutzen.

Zur Prüfung dieser Annahme wurde ein Messinstrument entwickelt, das es erlaubt, im Rahmen einer Erhebung das konzeptuelle Wissen und begriffliche Situationsverstehen von Lehramtsanwärtern explizit und direkt zu erfassen. Es werden relevante Implikationen für die Gestaltung der ersten Phase der Lehramtsausbildung erwartet.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie auf der Internetseite der Universität Frankfurt.

Ablauf der Studie

Die Studie findet exemplarisch in einem Bundesland, Nordrhein-Westfalen, statt, da hier aufgrund der aktuell stattfindenden Reformprozesse eine hohe Variabilität in den Ausbildungsverläufen und somit vermutlich auch im Zielkriterium, dem bildungswissenschaftlichen Wissen, zu erwarten ist.

Für die Teilnahme an der Studie waren zunächst alle 3.777 Referendare der Lehrämter der Primar- sowie der Sekundarstufen I und II der allgemeinbildenden Schulen vorgesehen, die ihren Vorbereitungsdienst im Frühjahr 2011 begannen. Die Befragung wurde zu Beginn des Referendariats durchgeführt, um so erste deskriptive Informationen über  Verteilungsmerkmale der unterschiedlichen Wissensfacetten nach Beendigung des Studiums zu erhalten.

Die prognostische Validität - d. h. die Frage nach der tatsächlichen Praxisrelevanz der erfassten bildungswissenschaftlichen Ínhalte - wird mit einer Längsschnittstudie ermittelt, in der die professionelle Entwicklung der Lehramtskandidaten während des Referendariats bis zum erfolgten Berufseinstieg untersucht wird. Die Längsschnittuntersuchung soll mit einer Teilstichprobe von 900 Lehramtsanwärtern aus der Haupterhebung stattfinden. Die Haupterhebung wird ergänzt durch kleinere Validierungsstudien mit anderen Stichproben.

Studienleitung

Die Studie ist ein Verbundprojekt zwischen dem Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (Prof. Dr. Jürgen Baumert), der Universität Frankfurt (Prof. Dr. Mareike Kunter; Projektkoordinatorin), der Universität Duisburg-Essen (Prof. Dr. Detlev Leutner) und der Universität Münster (Prof. Dr. Ewald Terhart).

Aufgaben des IEA DPC bei der Durchführung der Studie

Das IEA DPC ist im Rahmen der BILWISS-Studie für die Feldarbeit, die Kodierung und für die Datenerfassung und -verarbeitung zuständig.

Kontakt

Maren Meyer-Everdt/Jan Torben Mahlmann
IEA Data Processing and Research Center
BILWISS

Mexikoring 37
22297 Hamburg

Telefon: +49 40 48 500 606/639
Telefax: +49 40 48 500 501
E-Mail: bilwiss(alt)iea-dpc.de

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